Excess 14 Test - Sportlicher Katamaran für Langfahrt?

Heinz-Georg Brunner .

26. März 2026

Eine moderne Segelyacht, die Excess 14, liegt im Hafen. Ihr elegantes Design und die großen Fenster versprechen Komfort.

Die Excess 14 ist ein moderner Fahrtenkatamaran für Segler, die auf dem Wasser nicht zwischen Tempo, Raum und Komfort wählen wollen. Das Modell verbindet sportliche Architektur mit variablen Wohnkonzepten und trifft damit genau die Schnittstelle zwischen ambitioniertem Cruisen und echtem Bordleben. In diesem Artikel ordne ich ein, was das Boot technisch ausmacht, welche Layouts sinnvoll sind und worauf Käufer in der Praxis achten sollten.

Die wichtigsten Punkte zu diesem sportlichen Fahrtenkatamaran auf einen Blick

  • Sportliche Auslegung: Nach vorn versetzter Mast, asymmetrische Rümpfe und ein Segelplan mit klarer Performance-Orientierung.
  • Flexible Nutzung: 3-Kabinen- und 4-Kabinen-Varianten decken Langfahrt, Familie und Charter unterschiedlich gut ab.
  • Alltagstauglich: Separate Duschen, viel Stauraum und ein heller Innenraum machen das Leben an Bord einfach.
  • Konkrete Dimensionen: 13,97 m Länge über alles, 7,87 m Breite und 1,48 m Tiefgang prägen das Handling im Revier und im Hafen.
  • Preisniveau: Neue oder nahezu neue Boote liegen 2026 je nach Ausstattung und Markt deutlich im Premiumsegment.
  • Wichtiger Punkt: Wer das Boot wirklich verstehen will, muss die Layoutfrage genauso ernst nehmen wie die Segelwerte.

Warum die Excess 14 anders wirkt als viele andere Cruiser

Ich lese dieses Boot als bewussten Gegenentwurf zu den vielen breiten, aber eher passiven Fahrtenkatamaranen auf dem Markt. Die Grundidee ist klar: mehr Segelgefühl, direkteres Ruderverhalten und ein Aufbau, der nicht nur schwimmenden Wohnraum, sondern auch echtes Segeln liefert. Genau deshalb spricht der 14er nicht nur Charterkunden an, sondern auch Eigner, die beim Segeln noch Rückmeldung vom Boot erwarten.

Das ist kein Rennkatamaran und will es auch nicht sein. Aber die Linie ist deutlich sportlicher als bei vielen klassischen Cruisern: geringerer Widerstand, ein fokussierter Segelplan und ein Cockpit, das näher an der Aktion bleibt. Für mich ist das die entscheidende Botschaft dieses Modells, denn sie erklärt, warum Raum und Geschwindigkeit hier nicht als Gegensätze behandelt werden.

Wer nur ein schwimmendes Apartment sucht, wird den Mehrwert dieses Konzepts kaum voll ausreizen. Wer dagegen ein komfortables Reiseboot mit spürbarer Dynamik will, bekommt ein sehr stimmiges Paket. Und genau an dieser Stelle wird das Rigg spannend, denn die Architektur erklärt erst, warum der Rumpf auf dem Wasser so reagiert.

Zwei Personen steuern eine graue Katamaran-Segelyacht, die

Rumpf, Rigg und Segelplan im Detail

Die technische Ausrichtung ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer klaren Priorität: Der Katamaran soll lebendig segeln, ohne bei Volumen und Bordkomfort Abstriche zu machen. Dazu passen ein nach vorn versetzter Mast, ein Großsegel mit breitem Top, eine überlappende Genua und asymmetrisch geformte Rümpfe, die den Widerstand im Wasser reduzieren. Kurz gesagt: Hier wird nicht auf Show, sondern auf Wirkung konstruiert.

Merkmal Wert Warum es relevant ist
Gesamtlänge standard 13,97 m Wichtiger Referenzwert für Hafenplatz, Manövrieren und Liegegeld.
Rumpflänge 13,34 m Zeigt die eigentliche Bootsgröße, aber nicht die volle Platzfrage im Hafen.
Breite 7,87 m Bringt viel Stabilität und Wohnraum, verlangt aber in Marinas klare Planung.
Tiefgang 1,48 m Hilft bei Küstenrevieren und Ankerbuchten, ist aber nicht mit Minimaltiefgang zu verwechseln.
Segelfläche am Wind 123 m² standard, 135 m² Pulse Line Mehr Fläche bedeutet mehr Druck und mehr Leistung, vor allem bei wenig Wind.
Zusatzsegel Code 0 mit 72 m² Praktisch für Leichtwind und weite Winkel am Windrand.
Motorisierung standard 2 x 45 PS Wichtig fürs Rangieren, für Flauten und für Sicherheitsreserven.
Frischwasser 300 l Entscheidend für längere Törns, besonders mit Crew oder Familie.
Kojen 6 bis 12 Zeigt, wie breit die Nutzungslogik zwischen Eignerboot und Charterboot angelegt ist.
CE-Einstufung A bis D Ordnet den Einsatzbereich von Hochsee bis geschützten Gewässern ein.

Die Zahlen wirken auf dem Papier nüchtern, im Revier aber ziemlich direkt. Der tiefer ausgelegte und gleichzeitig effizient geformte Unterwasserbereich sorgt dafür, dass das Boot nicht nur auf Halbwind lebt, sondern auch am Wind solide arbeitet. Ich finde das wichtig, weil viele Fahrtenkatamarane zwar bequem sind, aber unter Segel schnell an Spannung verlieren. Hier bleibt mehr Charakter im Rumpf, was man bei niedriger wie bei mittlerer Windstärke merkt.

Der Preis für diese Klarheit ist ein Boot, das etwas bewusster bewegt werden will als ein rein auf Komfort getrimmter Kat. Wer den Segelplan richtig nutzt, bekommt dafür aber ein deutlich lebendigeres Fahrgefühl. Die Layoutfrage ist deshalb mehr als Geschmack, sie legt fest, wie der Katamaran im Alltag funktioniert.

Welche Ausbauvariante zu welchem Revier passt

Bei diesem Modell entscheidet der Innenausbau stark darüber, ob das Boot wie ein Reiseboot, ein Familienboot oder ein Charterkatamaran wirkt. Ich halte das nicht für eine Nebensache, sondern für die eigentliche Kaufentscheidung. Der Grund ist simpel: Wer auf See leben will, merkt jeden Tag, ob Privatsphäre, Stauraum und Bewegungsflächen zur eigenen Crew passen.

Variante Stärken Weniger passend, wenn ...
3-Kabinen-Owner-Version Zentrale Badlösung, großer privater Ankleidebereich, sehr gute Stauraumlogik. du maximale Belegung brauchst oder das Boot häufig mit vielen Gästen fährst.
3-Kabinen-Transformer-Version Flexibler vorderer Bereich mit umklappbaren Kojen, gut für wechselnde Nutzung. du ausschließlich feste Kabinen für Langzeitcrew oder Charterbesatzung brauchst.
4-Kabinen-Version Vier Kabinen, vier Bäder, vier separate Duschen, optional Skipperkabinen je Rumpf. du vor allem zu zweit oder zu dritt unterwegs bist und maximale Großzügigkeit willst.

Die 3-Kabinen-Owner-Version halte ich für die spannendste Lösung für Langfahrtpaare und Familien, die das Boot wirklich als Zuhause nutzen. Die Ankleidefläche im Vorschiff ist keine Spielerei, sondern ein praktisches Element, wenn Segelkleidung, Reisegepäck und Alltag sauber getrennt werden sollen. Die Transformer-Version ist dann interessant, wenn sich Nutzungsprofile im Jahr ändern und man nicht auf einen starren Grundriss festgelegt sein will.

Die 4-Kabinen-Ausführung spielt ihre Stärke klar im Chartereinsatz oder bei größeren Crews aus. Separate Duschen und eigene Bäder erleichtern das Bordleben enorm, kosten aber etwas von der offenen, privaten Atmosphäre der kleineren Layouts. Die optionale Skylounge ist ein Sonderfall: Sie schafft einen zusätzlichen Aufenthaltsraum, verändert aber natürlich die Silhouette und erhöht die Ausstattungsdichte. Ich würde sie nur wählen, wenn sie im eigenen Fahrprofil wirklich genutzt wird. Wenn das Layout passt, entscheidet der Bordalltag darüber, ob man das Boot wirklich gern nutzt.

So lebt es sich an Bord im Alltag

Der größte Gewinn dieses Katamarans liegt für mich nicht in einer einzelnen Zahl, sondern in der Art, wie die Räume zusammenarbeiten. Die hinteren Steuerstände bringen den Kontakt zum Wind und zum Wasser zurück an die Außenseite des Bootes. Das ist angenehm, weil man nicht abgekapselt fährt, sondern die Manöver direkt mitbekommt und trotzdem mit der Crew im Cockpit verbunden bleibt.

Im Innenraum setzt das Boot auf Helligkeit, brauchbare Stehhöhe und vernünftige Wege. Die breiten Kojen in den Rümpfen, die separaten Duschen und die großen, unterteilten Stauräume machen den Unterschied zwischen „viel Platz“ und „wirklich nutzbar“. Besonders gelungen finde ich den versenkbaren Kartentisch: Er nimmt im Alltag kaum Raum weg, bleibt aber verfügbar, wenn Navigation nicht nur am Tablet, sondern sauber an Bord organisiert werden soll.

  • Achtere Steuerstände: Direktes Gefühl für das Boot und gute Sicht nach hinten und zur Seite.
  • Versenkbarer Kartentisch: Praktisch für Navigation, ohne den Wohnraum dauernd zu blockieren.
  • Getrennte Duschen: Ein echter Vorteil für Familie, Charter und längere Törns.
  • Große Stauraumzonen: Sinnvoll für Ersatzteile, Segelausrüstung und Reisegepäck.
  • Walk-in-Dressing-Raum: Mehr Ordnung an Bord, wenn man längere Zeit unterwegs ist.

Auch auf See wirkt das Boot nicht träge. Bei leichtem Wind zeigt sich schnell, dass es nicht nur auf Komfort getrimmt ist: Das Handling bleibt sauber, Wenden gelingen zügig, und mit Zusatzsegeln kommt spürbar mehr Zug ins Boot. Solche Beobachtungen sind wichtig, weil sie den Unterschied zwischen einem bewohnbaren Kat und einem wirklich segelnden Katamaran markieren. Vor dem Kauf lohnt deshalb ein nüchterner Blick auf Budget, Revier und Einsatzprofil.

Was Käufer 2026 realistisch einplanen sollten

Wer so ein Boot kaufen will, sollte nicht nur den Kaufpreis sehen, sondern die gesamte Betriebslinie. Sichtbare Marktangebote für neue oder fast neue Boote liegen 2026 grob im Bereich von rund 600.000 bis 800.000 Euro vor Steuern, je nach Ausstattung, Baujahr und Markt. Das ist kein Schnäppchen, aber für diese Größe und die gebotene Technik auch kein überraschender Preisrahmen.

Wichtiger als der Listenwert ist oft die Frage, welche Ausstattung wirklich gebraucht wird. Eine zusätzliche Segeloption, die größere Kabinenlösung oder eine stärkere Ausbauvariante verändern nicht nur den Preis, sondern auch das Gewicht und damit das Fahrgefühl. Ich würde Kaufinteressenten raten, zuerst das eigene Nutzungsprofil zu klären und erst danach Optionen zu wählen.

  • Liegeplatz prüfen: Die Breite von 7,87 m ist im Hafen die entscheidende Zahl, nicht nur die Rumpflänge.
  • Gesamtlänge beachten: Mit Optionen kommt das Boot auf bis zu 16,46 m, was bei Boxen und Marina-Regeln relevant ist.
  • Revier ehrlich einschätzen: Der Tiefgang von 1,48 m ist gut für viele Küstenreviere, aber nicht für jede flache Ecke ideal.
  • Version früh festlegen: Die Wahl zwischen 3 und 4 Kabinen prägt den Alltag stärker als viele Ausstattungsdetails.
  • Segelpaket mitdenken: Wer oft bei wenig Wind unterwegs ist, profitiert deutlicher von zusätzlicher Segelfläche und passenden Tuchoptionen.
  • Betriebskosten nicht unterschätzen: Zwei Motoren, Segel, Elektronik und laufende Wartung gehören bei dieser Größe fest ins Budget.

Die CE-Einstufung von A bis D ist zusätzlich hilfreich, weil sie zeigt, in welchem Umgebungsrahmen das Boot konstruktiv gedacht ist. Für mich ist das vor allem ein Hinweis darauf, dass der 14er nicht nur ein schönes Messeboot ist, sondern als echtes Reiseboot verstanden werden will. Am Ende entscheidet nicht eine Zahl allein, sondern die Kombination aus Segelgefühl, Raum und Betriebskosten.

Wann sich das Konzept wirklich auszahlt

Am stärksten ist dieses Modell für Segler, die bewusst mehr wollen als ein bequemes Deckshaus auf zwei Rümpfen. Wer sportliches Segeln, flexible Raumaufteilung und echte Reiseeignung zusammen sucht, findet hier eine überzeugende Lösung. Genau darin liegt die Stärke des Konzepts: Es ist nicht perfekt für jeden, aber für die richtige Zielgruppe sehr stimmig.

Besonders gut passt der Katamaran für Langfahrtpaare mit Komfortanspruch, Familien mit Platzbedarf und Eigner, die ein Boot mit ehrlichem Segelcharakter suchen. Weniger sinnvoll ist er für Käufer, die vor allem die niedrigsten Folgekosten, kleinste Maße oder maximale Einfachheit wollen. Ich würde deshalb immer einen Probeschlag bei unterschiedlichem Wind, eine genaue Layout-Besichtigung und einen prüfenden Blick auf den Liegeplatz empfehlen, bevor die Entscheidung fällt.

Wer diese Punkte sauber abgleicht, versteht schnell, warum der 14er so viel Aufmerksamkeit bekommt: Er verbindet moderne Konstruktion mit real nutzbarem Bordleben und bleibt dabei spürbar seglerisch. Genau das macht ihn in der heutigen Katamaran-Klasse interessant.

Häufig gestellte Fragen

Die Excess 14 kombiniert sportliches Segeln mit hohem Komfort und flexiblem Wohnraum. Sie bietet direkteres Ruderverhalten und mehr Segelgefühl als viele andere Cruiser, ohne Abstriche bei Volumen und Bordleben.
Für Langfahrtpaare und Familien, die das Boot als Zuhause nutzen, ist die 3-Kabinen-Owner-Version ideal. Sie bietet eine zentrale Badlösung, einen großen privaten Ankleidebereich und sehr gute Stauraumlogik.
Neue oder fast neue Boote liegen 2026 grob zwischen 600.000 und 800.000 Euro vor Steuern, abhängig von Ausstattung und Baujahr. Zusätzlich sind laufende Betriebskosten für Wartung, Liegeplatz und Segel zu berücksichtigen.
Die Excess 14 ist eher für Segler gedacht, die ein lebendiges Fahrgefühl schätzen. Sie erfordert etwas bewusstere Handhabung als rein auf Komfort getrimmte Kats, belohnt dies aber mit deutlich mehr Segeldynamik.

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Autor Heinz-Georg Brunner
Heinz-Georg Brunner
Ich bin Heinz-Georg Brunner und beschäftige mich seit über einem Jahrzehnt intensiv mit den Themen rund um das maritime Studium, Karriere und Innovation. In dieser Zeit habe ich zahlreiche Analysen und Artikel verfasst, die sich mit den neuesten Entwicklungen in der maritimen Branche befassen. Mein Fokus liegt dabei auf der Verbindung von akademischen Erkenntnissen und praktischen Anwendungen, um Studierenden und Fachleuten wertvolle Einblicke zu bieten. Als erfahrener Content Creator und Branchenanalyst habe ich ein tiefes Verständnis für die Herausforderungen und Chancen, die sich in der maritimen Welt ergeben. Ich strebe danach, komplexe Daten und Trends verständlich zu machen, um eine breite Leserschaft zu erreichen. Mein Ziel ist es, objektive und verlässliche Informationen bereitzustellen, die den Lesern helfen, informierte Entscheidungen in ihrer Karriere zu treffen. Ich bin überzeugt, dass kontinuierliche Innovation und Weiterbildung entscheidend sind, um in der dynamischen maritimen Branche erfolgreich zu sein. Durch meine Arbeit möchte ich dazu beitragen, dass Studierende und Fachleute die notwendigen Ressourcen und Informationen erhalten, um ihre Ziele zu erreichen und die Zukunft der maritimen Industrie aktiv mitzugestalten.

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