Comfortina 32 gebraucht kaufen - Daten, Preise und Kaufcheck

Heinz-Georg Brunner .

15. Oktober 2026

Segelboot "LA.MAVARE", eine Comfortina 32, steht auf Böcken im Hafen.

Eine gut erhaltene Comfortina 32 ist mehr als ein klassischer Fahrtensegler aus Skandinavien. Sie verbindet solide Bauweise, überraschend viel Platz und ein ausgewogenes Segelverhalten, weshalb sie auch 2026 auf dem Gebrauchtbootmarkt gefragt bleibt. Ich zeige, welche technischen Daten wirklich zählen, für welche Törns das Boot geeignet ist und worauf ich beim Kauf besonders achten würde.

Die wichtigsten Fakten zur bewährten 32-Fuß-Yacht

  • Bauzeit: Die Baureihe wurde über mehrere Jahrzehnte gebaut und ist heute ausschließlich gebraucht erhältlich.
  • Abmessungen: 9,50 m Länge, rund 3,30 m Breite und 1,70 m Tiefgang.
  • Stabilität: Ein etwa 2 t schwerer Bleikiel sorgt für ein ruhiges, kontrollierbares Verhalten.
  • Segelleistung: Das große Segeltragevermögen macht sie flott auf Kreuz und angenehm auf langen Schlägen.
  • Innenraum: Bis zu sechs Schlafplätze, separate Achterkabine und eine für das Alter großzügige Raumaufteilung.
  • Kaufpreis: Aktuelle Angebote liegen je nach Zustand, Motor und Ausrüstung grob zwischen 22.000 und 50.000 Euro.

Segelboot

Was diese klassische Fahrtenyacht so besonders macht

Die Comfortina 32 stammt aus einer Zeit, in der Werften noch viel Wert auf robuste Laminatstrukturen, überschaubare Technik und langlebige Holzausbauten legten. Der Rumpf ist mit etwa 3,30 m ungewöhnlich breit, dazu kommt ein schwerer Bleikiel. Diese Kombination gibt dem Boot Stabilität, ohne es träge wirken zu lassen.

Nach den Angaben des deutschen Comfortina-Service wurden mehr als 800 Exemplare gebaut. Genau diese große Stückzahl ist heute ein Vorteil, weil Ersatzteile, Erfahrungswerte und Kenntnisse über typische Schwachstellen leichter zu finden sind. Ich halte das für einen wichtigen Punkt, denn bei älteren Yachten entscheidet die Wartbarkeit oft stärker als ein vermeintlich niedriger Kaufpreis.

Die Modellgeschichte wird in den Quellen nicht ganz einheitlich datiert. Der deutsche Service nennt eine Bauzeit von 1968 bis 1998, während zeitgenössische Testberichte den Typ ab den frühen 1980er-Jahren beschreiben. Beim konkreten Boot sollte deshalb immer das Baujahr aus Papieren, Werftunterlagen und Rumpfnummer maßgeblich sein.

Technische Daten und ihre praktische Bedeutung

Die nackten Zahlen erklären bereits viel vom Charakter des Bootes. Mit knapp fünf Tonnen Verdrängung ist die Yacht kein Leichtwind-Racer, läuft aber in Welle ruhig und vermittelt besonders bei wechselnden Bedingungen ein vertrauenerweckendes Gefühl.

Merkmal Angabe Was das an Bord bedeutet
Länge über alles 9,50 m Handliche Größe für viele deutsche und skandinavische Häfen
Wasserlinienlänge ca. 7,90 m Guter Kompromiss zwischen Geschwindigkeit und Komfort
Breite 3,27 bis 3,30 m Viel Innenraum und hohe Formstabilität
Tiefgang 1,70 m Geeignet für viele Reviere, aber nicht für sehr flache Buchten
Verdrängung ca. 4,9 t Ruhiger Lauf, dafür weniger Leichtwind-Agilität
Bleikiel etwa 1,85 bis 2,00 t Stabilität und gutes Verhalten in stärkerem Wind
Großsegel ca. 27 bis 28 m² Ausreichender Vortrieb, bei viel Wind früh reffen
Genua ca. 33 m² Gute Leistung auf Halbwind- und Amwindkursen
Spinnaker ca. 75 m² Zusätzliche Geschwindigkeit bei achterlichen Kursen
Motor ursprünglich etwa 18 PS Für Hafenmanöver und Flautenpassagen meist ausreichend
Wassertank ca. 100 l Für Wochenendtörns gut, bei längeren Reisen sparsam planen

Bei älteren Booten können die Werte je nach Bauzustand, Umbauten und Messmethode leicht abweichen. Besonders bei Ballast, Motorleistung und Tankgrößen sollte man nicht blind einem Online-Datenblatt vertrauen. Für eine Kaufentscheidung zählen die Unterlagen des konkreten Schiffes.

Wie sich die Yacht unter Segeln anfühlt

Unter Segeln zeigt sich die große Stärke dieses Entwurfs. Die Yacht liegt dank Breite und Kiel stabil, beschleunigt bei frischem Wind spürbar und kann auf der Kreuz eine gute Höhe laufen. Ein dänischer Bootstest beschreibt sie deshalb treffend als Verbindung aus Fahrtenyacht und Cruiser-Racer.

Ich würde sie trotzdem nicht als reines Regattaboot einordnen. Mit fast fünf Tonnen Gewicht braucht sie bei sehr leichtem Wind Geduld, und die alte Segelgarderobe vieler Angebote kostet zusätzlich Geschwindigkeit. Ein gut geschnittener neuer Großsegel- und Vorsegel-Satz kann hier mehr bewirken als teure Elektronik.

Bei etwa 7 bis 10 m/s Wind sollte die Segelfläche abhängig von Crew und Seegang reduziert werden. Das Großsegel lässt sich bei vielen Exemplaren vom Cockpit aus reffen. Wer das Boot oft allein oder mit kleiner Crew bewegt, sollte außerdem prüfen, ob Fallen, Reffleinen und Schoten wirklich ergonomisch geführt sind.

Manche Eigner berichten von leichtem Luvgierverhalten, also dem Drang, in den Wind zu drehen. Das ist nicht automatisch ein Mangel. Häufig helfen ein korrekt getrimmtes Großsegel, weniger Druck im Achterliek und ein sauber eingestelltes Vorsegel. In meiner Erfahrung wird der Einfluss von Segeltrim auf das Ruder häufig unterschätzt.

Innenraum und Alltagstauglichkeit

Unter Deck wirkt das Boot größer, als die Außenlänge vermuten lässt. Der breite Rumpf schafft einen angenehmen Salon mit L-förmiger Sitzbank, eine funktionale Pantry, einen Kartentisch und eine abgetrennte Achterkabine. Je nach Einrichtung gibt es bis zu sechs Schlafplätze.

Die Aufteilung passt gut zu Familien und kleinen Crews. Die Achterkabine bietet Privatsphäre, während die Vorschiffkojen durch eine Falttür vom Salon getrennt werden können. Das Bad ist für die damalige Zeit großzügig, sollte aber bei vielen Booten nicht mit dem Komfort moderner Yachten verwechselt werden.

Die Pantry ist meist mit Doppelspüle, Druckwassersystem und einem dreiflammigen Kocher mit Backofen ausgestattet. Bei einer Besichtigung prüfe ich nicht nur, ob Geräte vorhanden sind, sondern ob Wasserleitungen, Gasanlage, Seeventile und Abgasführung fachgerecht erneuert wurden. Alte Installationen sind bei einer gebrauchten Yacht oft kostenintensiver als sichtbare Schönheitsfehler.

Was eine gebrauchte Comfortina 32 heute kostet

Aktuelle europäische Inserate zeigen eine breite Spanne. Einfachere oder technisch ältere Boote werden teilweise für etwa 22.000 bis 30.000 Euro angeboten. Gepflegte Exemplare mit modernerem Motor, erneuerten Segeln und guter Ausrüstung liegen eher bei 35.000 bis 50.000 Euro.

Zustand Typischer Angebotsbereich Worauf der Preis meist zurückgeht
Projekt oder deutlicher Wartungsstau unter 25.000 Euro Alter Motor, Segel, Elektrik oder Feuchtigkeitsschäden
Segelfertiger Durchschnittszustand 25.000 bis 35.000 Euro Funktionale Ausstattung, aber mehrere absehbare Erneuerungen
Sehr gepflegtes Exemplar 35.000 bis 50.000 Euro Jüngerer Motor, gute Segel, dokumentierte Wartung und moderne Technik

Der Preis allein sagt wenig aus. Ein scheinbar günstiges Boot kann nach Motorüberholung, Segelneukauf, Riggprüfung und Elektrikarbeiten schnell 10.000 bis 25.000 Euro Zusatzbudget verlangen. Ich würde deshalb mindestens 10 Prozent des Kaufpreises als erste Reserve zurückhalten und vor der Übergabe eine unabhängige Besichtigung mit Feuchtigkeitsmessung und Riggkontrolle einplanen.

Lesen Sie auch: Bootsteile verstehen - Sicher navigieren & Fehler vermeiden

Diese Punkte prüfe ich zuerst

  • Rumpf und Kiel: Osmose, Reparaturstellen, Kielbolzen und Übergang zwischen Kiel und Rumpf kontrollieren.
  • Rigg: Wanten, Terminals, Mastfuß und Beschläge auf Korrosion und Materialermüdung prüfen.
  • Motor: Kaltstart, Kühlung, Öl, Abgasfarbe und Wartungsnachweise ansehen.
  • Deck: Teak, Dichtungen, Beschläge und weiche Stellen rund um Mast und Reling testen.
  • Segel: Material, Nähte, Latten, Reffsystem und Profil beurteilen, nicht nur die Anzahl der vorhandenen Tücher.
  • Innenausbau: Feuchtigkeit, Geruch, Bilge, Seeventile und Zustand der Tankanlagen kontrollieren.

Ein neuer Motor verbessert den Marktwert, ersetzt aber keine gute Rumpfstruktur. Umgekehrt kann ein älteres, gut gewartetes Aggregat noch viele Jahre zuverlässig arbeiten. Entscheidend sind Betriebsstunden, Wartung und Einbauqualität, nicht allein das Baujahr des Motors.

Für welche Reviere und Crews sie passt

Für die Ostsee, die deutsche Küste, die dänische Südsee und längere Törns in geschützten Teilen der Nordsee ist die Yacht sehr interessant. Der Tiefgang von 1,70 m schränkt die Auswahl flacher Buchten ein, bleibt für viele klassische Fahrtenreviere aber gut handhabbar.

Mit kleiner Crew lässt sie sich segeln, sofern die Leinenführung sinnvoll modernisiert wurde. Für Einsteiger ist sie grundsätzlich geeignet, allerdings sollte man das Gewicht und die große Genua respektieren. Ein Segelkurs, sauber vorbereitete Manöver und ein funktionierendes Reffsystem machen einen größeren Unterschied als zusätzliche Navigationsdisplays.

Für lange Hochseepassagen würde ich nicht pauschal das Modell, sondern das konkrete Schiff bewerten. Sicherheitsausrüstung, Riggzustand, Motor, Energieversorgung und Vorbereitung der Crew müssen zum geplanten Revier passen. Die solide Konstruktion ist eine gute Grundlage, aber kein Ersatz für Wartung und Seemannschaft.

Mein Urteil zur Comfortina 32

Ich sehe in dieser Yacht einen der überzeugenderen klassischen Gebrauchtboottypen für Eigner, die segeln und nicht nur renovieren möchten. Ihre Mischung aus stabilem Rumpf, brauchbarer Geschwindigkeit, großzügigem Innenraum und überschaubarer Größe funktioniert bis heute.

Der beste Kauf ist nicht das billigste Angebot, sondern ein Schiff mit nachvollziehbarer Wartung, trockenem Deck, geprüftem Rigg und brauchbaren Segeln. Wer diese Punkte sorgfältig kontrolliert und eine realistische Rücklage für Technik einplant, bekommt einen vielseitigen Fahrtensegler, der auf der Ostsee ebenso Freude machen kann wie bei ausgedehnten Wochenendtörns.

Häufig gestellte Fragen

Je nach Zustand, Motor und Ausrüstung liegen die Angebote meist zwischen 22.000 und 50.000 Euro. Projekte kosten teils unter 25.000 Euro, gepflegte Exemplare mit gutem Motor und Segeln etwa 35.000 bis 50.000 Euro.
Die Yacht ist 9,50 m lang, rund 3,30 m breit und hat etwa 1,70 m Tiefgang. Mit ungefähr 4,9 t Verdrängung und einem 1,85 bis 2,00 t schweren Bleikiel läuft sie ruhig, ist aber bei sehr wenig Wind weniger agil.
Sie passt gut zur Ostsee, zur deutschen Küste, zur dänischen Südsee und zu geschützten Teilen der Nordsee. Kleine Crews können sie segeln, sofern Leinenführung und Reffsystem sinnvoll eingerichtet sind; der Tiefgang schränkt sehr flache Buchten ein.
Besonders wichtig sind Rumpf und Kiel, Kielbolzen, Rigg, Mastfuß, Motor, Deck, Segel und Innenausbau. Zusätzlich sollten Feuchtigkeit, Seeventile, Tankanlagen, Gasanlage und Wartungsnachweise kontrolliert sowie eine unabhängige Besichtigung mit Feuchtigkeitsmessung und Riggkontrolle eingeplant werden.
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Autor Heinz-Georg Brunner
Heinz-Georg Brunner
Mein Name ist Heinz-Georg Brunner und ich bringe sieben Jahre Erfahrung im Bereich maritimes Studium, Karriere und Innovation mit. Mein Interesse an der maritimen Branche entwickelte sich früh, als ich die faszinierenden Möglichkeiten entdeckte, die diese Welt bietet. Ich schreibe über Themen, die sowohl angehende Studierende als auch erfahrene Fachleute ansprechen, und ich bemühe mich, komplexe Inhalte klar und verständlich zu präsentieren. Bei meiner Recherche achte ich darauf, verlässliche Quellen zu nutzen und aktuelle Trends im maritimen Sektor zu verfolgen. Ich möchte meinen Leserinnen und Lesern helfen, die Herausforderungen und Chancen in diesem dynamischen Bereich besser zu verstehen. Mein Ziel ist es, nützliche und präzise Informationen bereitzustellen, die sowohl inspirierend als auch informativ sind.
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